Gut zwei Wochen nach dem Chaos im europäischen Luftverkehr hat die Vulkanasche aus Island wieder für Flugverbote gesorgt. In Irland und der britischen Provinz Nordirland mussten heute Früh alle Flughäfen schließen. In kleinen Teilen Schottlands, auf den Inseln der Äußeren Hebriden, galt das Flugverbot schon gestern Abend. Am Nachmittag sollten die Beschränkungen aber wieder aufgehoben werden.
In Brüssel kamen derweil die europäischen Verkehrsminister zusammen, um über ein besseres Krisenmanagement im Luftverkehr zu beraten. Der britische Wetterdienst erklärte, die Wolke ziehe nordwestlich in Richtung Atlantik. Damit wäre Kontinentaleuropa nicht erneut betroffen.
Neun statt 35 europäische Lufträume
Die EU-Verkehrsminister beraten nach der Krise über Änderungen im europäischen Luftverkehr. Laut Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ) ist derzeit geplant, die bisher 35 Luftraumblöcke in Europa auf neun zu reduzieren, was auch zu 15 Minuten weniger Flugzeit, 300 bis 500 Liter weniger Kerosin und weniger CO2-Ausstoß für einen durschnittlichen Flug bringen werde.
Umstritten sei, ob ein einheitlicher Netzwerkmanager im Krisenfall - also wie zuletzt beim Vulkanausbruch in Island - außer der Koordinierung der Flugstrecken zusätzliche Kompetenzen erhalten solle. Darüber werde beim außerordentlichen EU-Verkehrsministerrat in Brüssel beraten.
Testflugzeuge werden angeschafft
Als eine der Lehren aus der eine Woche dauernden großflächigen Sperre des europäischen Luftraums wegen Gefahren durch die Vulkanasche sollen in der EU auch eigene Flugzeuge mit Instrumenten angekauft werden, um die Möglichkeiten des Fliegens in solchen Fällen austesten zu können.