Paris: "Versicherung" für Schwarzfahrer

Damit die Strafen fürs Schwarzfahren nicht so wehtun, schließen sich in Paris Nutzer der Verkehrsbetriebe inzwischen in heimlichen "Versicherungen" zusammen. "Wir zahlen alle sieben Euro pro Monat in eine Gemeinschaftskasse, aus der dann die Strafen der Mitglieder beglichen werden", berichtete ein überzeugter Schwarzfahrer namens Frederic der Tageszeitung "Le Parisien" (Montag-Ausgabe).

Nach dem Bericht sind die "Versicherungen", zu denen sich jeweils mehrere Dutzend Nutzer der Verkehrsbetriebe zusammenschließen, vor allem bei jungen Leuten beliebt. Für die Pariser Verkehrsbetriebe handelt es sich allerdings noch um eine "Randerscheinung".

Dabei geht es nicht nur um die Absicherung gegen Strafen. Die Risikoversicherungen seien auch Teil eines "politischen Kampfes" für kostenlose öffentliche Verkehrsmittel, sagte eine etwa dreißigjährige Frau der Zeitung. So wie die Schule und die medizinische Versorgung in Frankreich kostenlos seien, müssten auch die Busse und U-Bahnen "allen zugänglich sein", sagte ein junger Mann namens Christophe, der seit mehreren Jahren einer Schwarzfahrerversicherung angehört.