Autonome in Berlin attackieren Polizisten

In Berlin ist heute Abend wie in den Vorjahren Gewalt ausgebrochen. Linksautonome schleuderten im Stadtteil Kreuzberg Steine und Flaschen auf Polizisten und schossen Feuerwerkskörper in Richtung der Einsatzkräfte. Die Polizisten stürmten sofort los und versuchten, Störer zu greifen und die Menge auseinanderzutreiben.

Zuvor war ein Demonstrationszug mit etwa 10 000 Linken und Autonomen trotz aggressiver Stimmung ohne Zwischenfälle zu Ende gegangen.

Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hatte angekündigt, Gewalt sofort im Keim zu ersticken. Die Polizei war den ganzen Tag über mit rund 7.000 Kräften im Einsatz. Im Vorjahr war es am Abend des 1. Mai in Kreuzberg zu massiven Gewaltausbrüchen gekommen. Die Polizei hatte sich damals zunächst zurückgehalten. Fast 500 Polizisten waren verletzt worden.

250 Neonazis festgenommen
Die Polizei nahm heute in Berlin zudem 250 Neonazis nach Angriffen auf Ausländer und Sicherheitskräfte fest. Die Extremisten hätten sich abseits einer genehmigten Kundgebung auf der Berliner Hauptgeschäftsstraße Kurfürstendamm versammelt, teilte die Polizei mit.

Sie hätten ausländisch erscheinende Menschen angepöbelt und die Polizei mit Flaschen und Steinen beworfen.

Vergleichsweise friedlich verlief die genehmigte Kundgebung mehrerer hundert Neonazis in einem anderen Stadtteil Berlins. Zahlreiche Polizisten hatten die Route der Kundgebung weiträumig abgesperrt, um ein Zusammentreffen der Neonazis mit Tausenden Gegendemonstranten zu verhindern.

In Berlin waren nach Polizeiangaben rund 30 Kundgebungen für den "Tag der Arbeit" angemeldet. In den vergangenen Jahren kam es am 1. Mai vor allem abends zu teils schweren Auseinandersetzungen.