Der Schmuck der früheren philippinischen First Lady Imelda Marcos, die auch wegen ihrer umfangreichen Schuhsammlung in die Geschichte einging, wird Jahrzehnte nach seiner Beschlagnahmung ausgestellt. Ein Zusammenhang mit dem Wahlkampf ist offensichtlich: Marcos kandidiert bei den Wahlen am 10. Mai für einen Sitz im Parlament.
Die Geschmeide im Wert von Hunderten Millionen Dollar sollten noch vor dem Ende der Amtszeit von Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo der Öffentlichkeit gezeigt werden, sagte ein Behördensprecher gestern. Damit wolle man "beweisen, dass die Sammlung unter Arroyos Regierung intakt geblieben ist". Arroyos Amtszeit endet am 30. Juni, am 10. Mai finden Wahlen statt. Sie hat seit ihrer Wahl zur Staatspräsidentin im Jahr 2004 mit Korruptions- und Betrugsvorwürfen zu kämpfen.
Der Schmuck war nach einem Volksaufstand gegen Diktator Ferdinand Edralin Marcos im Jahr 1986 beschlagnahmt worden. Marcos starb wenige Jahre später im Exil in Hawaii. Er soll während seiner zwanzigjährigen Herrschaft mit seiner Frau zehn Milliarden Dollar ins Ausland geschafft haben. Sie wurde trotz zahlreicher Anzeigen nie verurteilt und kann deshalb bei den Wahlen kandidieren.