Die langjährigen Erzfeinde Türkei und Griechenland wollen ihre Beziehungen mit Hilfe regelmäßiger Kontakte auf Regierungs- und Militärebene nachhaltig verbessern. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu und der griechische Vizeaußenminister Dimitris Droutsas vereinbarten heute in Ankara neue vertrauensbildende Maßnahmen, zu denen unter anderem regelmäßige Treffen der Kabinette beider Länder zählen. Angesichts der langen Geschichte türkisch-griechischer Spannungen sind die neuen Schritte bemerkenswert.
Die Regierungschefs der Türkei und Griechenlands sollen sich künftig einmal pro Jahr in Begleitung von jeweils zehn ihrer Minister treffen. Gleichzeitig vereinbarten beide Länder, dass Armee-Einheiten zu Ausbildungszwecken in das jeweils andere Land geschickt werden und gegenseitige Besuche von Offiziersschülern. Die Kriegsakademien sollen gemeinsame Konferenzen veranstalten.
Noch Mitte der 1990er Jahre waren die Nachbarn und NATO-Partner wegen ungeklärter Hoheitsansprüche in der Ägäis beinahe in einen Krieg geschlittert. Vor etwa zehn Jahren begann ein vorsichtiger Annäherungsprozess, der zwar eine gewisse Entspannung brachte, aber keine Lösung des Gebietsstreits und anderer grundlegender Probleme. Nicht zuletzt unter dem Eindruck der griechischen Finanzkrise sind in jüngster Zeit auf beiden Seiten Rufe nach einem Ende des Rüstungswettlaufs in der Ägäis laut geworden.