USA: Novartis-Prozess wegen Diskriminierung von Frauen

Vor dem Gericht für den südlichen Bundesbezirk New York hat gestern (Ortszeit) die Auswahl der Geschworenen in der Sammelklage gegen den Schweizer Pharmakonzern Novartis begonnen. Ihm wird vorgeworfen, bewusst Mitarbeiterinnen zu diskriminieren.

Novartis habe Frauen systematisch weniger bezahlt, heißt es in der Anklageschrift. Man soll den Mitarbeiterinnen zudem geraten haben, nicht schwanger zu werden. Die Klägerinnen berichten außerdem von anzüglichen und abwertenden Bemerkungen, die sie wiederholt über sich hätten ergehen lassen müssen.

Klägerinnen: Keine sporadische Erscheinung
Die 17 Klägerinnen machen geltend, es sei Geschäftspolitik der Novartis Pharmaceutical Corporation, Männern den Vorzug bei Beförderungen und Trainingsmöglichkeiten zu geben. Geschlechtsbezogene Diskriminierung sei bei Novartis ein ständiger Betriebsablauf, keine sporadische Erscheinung.

Ein Richter in New York entschied bereits 2007, dass die Klägerinnen stellvertretend für alle 5.600 weiblichen Mitarbeiterinnen stehen können, die bei Novartis seit 2002 angestellt wurden.

Novartis dementiert
Novartis hat die Vorwürfe bisher bestritten. Die amerikanische Pressestelle von Novartis ging auf eine Anfrage der Schweizer Depchen-Agentur (sda) zum Prozessbeginn nicht ein. Die zuständige Sprecherin, hieß es, sei auf Urlaub.