Neuer Konflikt zwischen Serbien und EU im Kosovo

Zwischen Serbien und der EU ist der Konflikt um den Kosovo wieder um eine Facette reicher. Die EU werde die von Serbien im Norden des Kosovo Ende Mai geplante Kommunalwahl nicht anerkennen, kündigte der EU-Kosovo-Beauftragte Pieter Feith zuletzt an. Serbien antwortete nun, Feith sei für Belgrad nicht existent.

"Feith existiert für uns gar nicht, weder als Organisation noch als Person", sagte der Staatssekretär im serbischen Kosovo-Ministerium, Oliver Ivanovic, der Nachrichtenagentur Beta in Belgrad. "Er hat sich selbst und die Institution, die er vertritt, kompromittiert", begründete er seinen Standpunkt.

Konfliktträchtige Lokalwahl
Die EU will das mehrheitlich von Serben bewohnte Nordkosovo mit dem fast nur noch von Albanern bevölkerten Gesamtstaat verbinden. Dafür soll die Kosovo-Regierung in diesem Frühsommer Lokalwahlen auch im Norden durchführen und dort wieder Kommunen unter ihrer Kontrolle bilden.

50.000 Serben im Nordkosovo
Die Serben widersetzen sich dieser Politik und wollen die Behörden in Pristina nicht anerkennen. Vor zwei Jahren verkündete das Kosovo einseitig seine Unabhängigkeit und ist inzwischen von 65 Staaten - darunter die große EU-Mehrheit, die USA, Japan und die Türkei - völkerrechtlich anerkannt.

Serbien will jedoch seine frühere Provinz wieder zurückbekommen. Im Kosovo leben rund zwei Millionen Menschen, mehr als 90 Prozent von ihnen sind Albaner. Allerdings leben im Norden des Kosovo rund 50.000 Serben, die dort die Mehrheit stellen.