Neue internationale Sanktionen gegen den Iran würden das Land nach den Worten seines Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad nur stärken, indem sie es unabhängiger machten. Der Druck der USA auf den Iran habe nicht funktioniert und nur dazu geführt, dass Washington in den Augen der Welt noch isolierter dastehe, sagte Ahmadinedschad heute.
US-Präsident Barack Obama hatte am Donnerstag angekündigt, die fünf UNO-Vetomächte und Deutschland wollten in den kommenden Wochen ein Paket ernsthafter neuer Sanktionen erarbeiten, um den Iran zu einem Abbruch seiner Urananreicherung zu bewegen.
China hat US-Angaben, wonach Peking von seinem Widerstand gegen Sanktionen abgerückt sei, bisher nicht bestätigt.
Attacke auf Obama
Ahmadinedschad griff in seiner Rede zudem Obama an. Dieser sei mit einer "Botschaft des Wandels" gekommen, und der Iran habe diese Haltung begrüßt. "Doch was hat sich geändert?", fragte der iranische Präsident. Der Druck und die Sanktionen gegen das Land seien noch immer da, und auch die US-Politik in Afghanistan und im Irak habe sich nicht geändert.
Warnung vor israelischer Offensive in Gaza
Israel, dessen Existenzrecht der Iran nicht anerkennt, warnte Ahmadinedschad vor einer Militäroffensive im Gazastreifen. Die Israelis suchten "einen Vorwand, um Gaza anzugreifen", sagte er. Eine neue derartige Aktion rette Israel jedoch nicht, sondern bringe das Land seinem "sicheren Tod näher".
Der iranische Präsident reagierte damit auf eine Aussage des israelischen Vizeregierungschefs Silvan Schalom. Dieser hatte in Jerusalem gesagt, sollte der Raketenbeschuss Israels nicht beendet werden, müsse Israel seine "Aktivitäten gegen die Hamas" verstärken. Die radikale Palästinenserorganisation kontrolliert den Gazastreifen.