Mitchell will Netanjahu in Jerusalem treffen

Nach Beilegung der diplomatischen Krise zwischen den USA und Israel wird Washingtons Sondergesandter für den Nahen Osten, George Mitchell, nach eigenen Angaben heute in Jerusalem mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zusammentreffen.

Morgen wolle er Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Ramallah treffen, sagte Mitchell am gestern bei einem Zwischenstopp in Paris. Er machte keine Angaben dazu, ob seine Gespräche bereits den Auftakt der geplanten indirekten Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern bedeuten.

Mitchell hätte eigentlich bereits in den vergangenen Tagen Gespräche in Israel und im Westjordanland führen sollen, die Reise wurde wegen der diplomatischen Verstimmungen aber verschoben.

Streit über Siedlungsaktivitäten
Die USA und Israel waren über die israelischen Siedlungsaktivitäten in Streit geraten. Washington hatte es als Affront empfunden, dass Israel ausgerechnet während eines Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden den Bau von 1.600 neuen Wohnungen in Ostjerusalem ankündigte.

Ebenfalls heute wird UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon im Gazastreifen erwartet. In Gaza wolle er seine Solidarität mit dem palästinensischen Volk bekunden und die Notwendigkeit unterstreichen, die Blockade des Gazastreifens aufzuheben, sagte Ban gestern bei einem Besuch im Westjordanland. Es handelt sich bereits um den zweiten Besuch des UNO-Generalsekretärs im Gazastreifen seit der israelischen Militäroffensive "Gegossenes Blei" vom 27. Dezember 2008 bis zum 18. Jänner 2009.