Israel wird nach den Worten von Außenminister Avigdor Lieberman am Bau weiterer jüdischer Siedlungen im arabischen Ostteil Jerusalems festhalten. Die Forderung der internationalen Gemeinschaft nach einem Baustopp sei "völlig unangemessen", sagte Lieberman gestern auf einer Pressekonferenz mit EU-Außenministerin Catherine Ashton in Jerusalem. "
Die Forderung, Juden daran zu hindern, in Ostjerusalem zu bauen, ist überhaupt nicht vernünftig". Israel verbiete auch den Arabern nicht, "Wohnungen in Westjerusalem zu kaufen", sagte der Chef der ultranationalistischen Partei Israel Beitenu. Er warf zugleich der internationalen Gemeinschaft vor, "auf Israel herumzutrampeln, Druck auszuüben und unzumutbare Dinge zu fordern".
Internationale Verstimmung
Die israelische Ankündigung, 1.600 weitere Wohnungen für jüdische Siedler in Ramat Schlomo im Nordosten Jerusalems zu bauen, hatte vergangene Woche während des Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden zu großer Verstimmung geführt.
Der US-Nahostvermittler George Mitchell sagte daraufhin seinen geplanten Besuch in der Region ab. Er hätte indirekte Gespräche ("proximity talks") zwischen Israelis und Palästinensern in Gang setzen sollen. Direkte Gespräche lehnen die Palästinenser ab, solange Israel einen Siedlungsstopp in den besetzten Gebieten verweigert.