In der lettischen Hauptstadt Riga werden heute Kundgebungen von Veteranen der ehemaligen Lettischen Legion der Waffen-SS sowie von rechtsradikalen Unterstützern und deren Gegnern erwartet.
Die Stadtverwaltung hatte wie schon letztes Jahr den seit der Unabhängigkeit Lettlands 1991 traditionellen Aufmarsch sowie geplante Gegendemonstrationen untersagt. Das Verbot wurde von einem Verwaltungsgericht aufgehoben. Bürgermeister Nils Usakovs rief die Bevölkerung persönlich dazu auf, den Gedenktag zu ignorieren.
Die Aufmärsche haben in der Vergangenheit immer wieder zu Krawallen und Ausschreitungen geführt. Vor allem die russischsprachige Bevölkerung Lettlands sieht in den Kundgebungen der ehemaligen SS-Kämpfer einen Affront. Auch international wurde Lettland, wie auch die anderen beiden baltischen Staaten Estland und Litauen, wiederholt wegen Verharmlosung der Rolle von SS-Verbänden im Zweiten Weltkrieg kritisiert.