Kreml-Partei gewinnt Regionalwahlen trotz Verlusten

Die Partei von Präsident Dimitri Medwedew hat gestern bei den russischen Regionalwahlen ein Fünftel ihrer Anhänger verloren. Ersten Ergebnissen zufolge lag Geeintes Russland unter Führung von Ministerpräsident Wladimir Putin zwar in allen acht Wahlgebieten weiterhin in Führung, büßte aber deutlich Stimmen ein.

Den ersten Auszählungsergebnissen zufolge konnten trotz der nach wie vorhandenen Dominanz von Geeintes Russland aber auch Oppositionskandidaten Erfolge verzeichnen.

Auch bei den Bürgermeisterwahlen musste die Regierungspartei Rückschläge hinnehmen. Im sibirischen Irkutsk erhielt der Kandidat der Kommunistischen Partei mehr als doppelt so viele Stimmen wie sein Konkurrent von Geeintes Russland. "Geeintes Russland hat seine Ziele weit verfehlt", sagte Nikolai Lewitschew von der oppositionellen Partei Faires Russland.

Wahlbeobachter melden Unregelmäßigkeiten
Die größte unabhängige Wahlbeobachterorganisation Golos meldete aus mehreren Regionen Unregelmäßigkeiten. So hätten Arbeitgeber in Jekaterinburg am Ural ihre Beschäftigten genötigt, für Geeintes Russland zu stimmen.

Die Kommunisten warfen der Regierungspartei Wahlmanipulation vor. Es habe sich nichts gegenüber der scharf kritisierten Stadtratswahl in Moskau im Oktober geändert, sagte der Abgeordnete Sergej Obuchow. Der Urnengang galt als Stimmungstest für Medwedew, der die Hälfte seiner ersten Amtszeit hinter sich hat. Der Nachfolger Putins hat Reformen und einen weniger autoritären Führungsstil versprochen. Experten zufolge steht der Nachweis echter Veränderungen aber noch aus.