Bundespräsident: Stimmensammler "optimistisch"

Von "optimistisch" bis "zuversichtlich" zeigen sich erwartungsgemäß die Bewerber um das Bundespräsidentenamt beim Sammeln der Unterstützungserklärungen. Seit Anfang März können Österreicher, die am 25. April antreten wollen, die nötigen 6.000 Unterschriften sammeln, spätestens bis 26. März müssen diese bei der Bundeswahlbehörde deponiert sein.

Mit konkreten Zahlen können dabei nur wenige aufwarten, auch Amtsinhaber Heinz Fischer nicht. "Fast fertig" mit dem Sammeln will man bei FPÖ-Kandidatin Barbara Rosenkranz sein.

Rosenkranz "im blauen Bereich"
"Es ist sehr schwer, einen definitiven Zwischenstand zu geben", schildert Fischers Kampagnenkoordinator Stefan Bachleitner das Dilemma. Der amtierende Präsident strebt selbstverständlich weit mehr als die notwendigen 6.000 Unterschriften an. Für dieses Vorhaben ist man in Fischers Wahlkampfbüro "sehr, sehr zuversichtlich".

Rosenkranz sei mit ihren Unterstützungserklärungen "schwer im blauen Bereich", heißt es aus ihrem "War Room". Nur noch wenige Unterstützungserklärungen würden fehlen.

1.110 Unterschriften für Habsburg-Lothringen
Knapp 1.100 Unterschriften kann der bisherige Kärntner Grünen-Gemeinderat Ulrich Habsburg-Lothringen bis jetzt aufweisen. Als Mitglied eines ehemals regierenden Hauses ist ihm die Kandidatur verboten. Er will einen Wahlvorschlag einreichen, um das Verbot dann beim Verfassungsgerichtshof bekämpfen zu können. "Wir hoffen auf das Beste", gibt sich seine Sprecherin zuversichtlich, man sei natürlich "optimistisch".

Noch optimistischer kann Rudolf Gehring, gleichzeitig Obmann der Christlichen Partei Österreichs, sein. Laut seinem Sprecher langten bereits knapp die Hälfte der notwendigen 6.000 Unterstützungserklärungen ein. Und man ist natürlich "zuversichtlich", dass es weit mehr sein werden.

Nicht in die Karten schauen lassen will sich der pensionierte Bezirksrichter Martin Wabl, der sich schon zweimal vergeblich um ausreichende Unterstützung für eine Präsidentschaftskandidatur beworben hat. "Ich sage bewusst keine Ziffern", aber: "Ich bin optimistisch." Wabl will die Unterstützung der ehemaligen steirischen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic (ÖVP) haben.

"Spaßkandidat" Dolina
"218 bis heute" ist der Stand bei BZÖ-Funktionär und "Spaßkandidat" Thomas Dolina, der seiner eigenen Partei bis jetzt keine offizielle Wahlempfehlung abringen konnte. Er will nun mit radikaleren Forderungen mehr Leute zum Unterschreiben motivieren und verlangt gleich die Abschaffung des Amtes, für das er sich bewirbt.

Weiters um das Amt des Bundespräsidenten bewerben sich unter anderem Bernhard Gregor Honemann, der von der Bürgerplattform Agenda2020.at unterstützt wird, der Autor Hans Klawatsch, der Kommunalpolitiker Raimund Bahr, Sexhotline-Besitzer Wolfgang Pöltl und der Informatiker Harald Matschiner.