Belastender Bericht zu Suizidserie bei France Telecom

Ein Untersuchungsbericht zur Selbstmordserie beim französischen Telekomriesen France Telecom erhebt schwere Vorwürfe gegen die mittlerweile abgelöste Konzernspitze. Ex-Chef Didier Lombard und zwei weitere Top-Manager sollen demnach das Leben der Beschäftigten mit ihrer Unternehmenspolitik unmittelbar in Gefahr gebracht haben.

Die Gewerbeaufsicht schreibt in einem Bericht an die Justiz unter anderem von Mobbing-Methoden. Auf Warnungen von Gewerkschaften, Betriebsärzten und Krankenkassen sei völlig unzureichend reagiert worden, berichtete die Tageszeitung "Le Parisien" (Samstag-Ausgabe), der der Bericht zugespielt wurde.

Mehr als 30 Selbstmorde
Die Selbstmordserie unter den Mitarbeitern von France Telecom hatte zuletzt sogar die Regierung in Paris auf den Plan gerufen. Sie forderte das Unternehmen nachdrücklich auf, behutsamer mit seinen Mitarbeitern umzugehen. Seit 2008 nahmen sich nach Gewerkschaftsangaben mehr als 30 Mitarbeiter das Leben.

Arbeitnehmervertreter werteten das bereits in der Vergangenheit als Ergebnis unmenschlicher Arbeitsbedingungen und des Programms "time to move" zum schnellen Stellenwechsel. In den vergangenen Jahren hatte der Konzern 22.000 Stellen gestrichen. Lombard gab zum 1. März die Führung der Konzerngeschäfte an Stephane Richard ab. Er ist jedoch weiter Verwaltungsratschef.