Bologna: Bildungsminister räumen Fehler ein

Die Bildungsminister und -staatssekretäre haben gestern zum Abschluss der Bologna-Konferenz in Wien Fehler bei der Umsetzung der Reformpläne eingeräumt und Besserung gelobt. Vor allem versprachen die Teilnehmer aus 47 europäischen Ländern, kritischen Stimmen künftig mehr Gehör zu schenken.

Gegen die zweitägige Konferenz, die am Vortag zunächst im Budapest stattfand, waren in Wien Studenten auf die Straße gegangen. Laut Polizei waren es 3.200 Demonstranten, laut Organisatoren mehr als 12.000, die gegen die Bologna-Reform protestierten. In ganz Europa gab es Studentenproteste gegen die Vereinheitlichung der Studiensysteme.

"Wissenschaft bleibt auf der Strecke"
Unter anderem wehren sie sich dagegen, dass der Leistungsdruck ständig wachse und das Studium nur noch dafür da sei, Nachwuchs für die Wirtschaft heranzuzüchten. Die Wissenschaft bleibe dabei auf der Strecke.

Die beteiligten Ländern wollen sich nun auch stärker dafür einsetzen, dass künftig mehr Hochschüler im Rahmen ihres Studiums ins Ausland gehen können. Dafür seien einheitliche Systeme und Abschlüsse unabdingbar, sagte Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP).

Karl: Zehn Maßnahmen für Verbesserung
Unter dem Titel "Bologna Reloaded" stellte Karl unterdessen zehn Maßnahmen vor, mit denen die Umsetzung der Reformen an Österreichs Unis verbessert werden soll. Die Ministerin will eine "Taskforce" u. a. aus Vertretern von Studenten, Unis und Fachhochschulen einsetzen, die Empfehlungen zur Verbesserung der Studienpläne erarbeiten soll.