Der Konflikt zwischen Serben, Muslimen und Kroaten in Bosnien-Herzegowina spitzt sich weiter zu. Die bosnischen Serben drohen mit dem Auszug ihrer Vertreter aus den gemeinsamen Institutionen von Bosnien-Herzegowina. Das sagte Nebojsa Radmanovic, serbisches Mitglied des dreiköpfigen Staatspräsidiums, heute im nördlichen Banja Luka.
Grund seien die "verfassungs- und gesetzwidrigen" Reaktionen der muslimischen Vertreter auf die Festnahme des früheren muslimischen Spitzenpolitikers Ejup Ganic in London, sagte Radmanovic nach Berichten der Medien in Sarajevo. Die serbischen Vertreter würden über ihre weitere Zusammenarbeit in den "kommenden Tagen und Wochen" entscheiden.
Der von Serbien wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen gesuchte Ganic war in London verhaftet worden und ist seit gestern gegen Kaution wieder frei. Er muss allerdings an einem festgelegten Ort in London bleiben und darf nicht ausreisen.