Polen: Künstlerin von Blasphemie freigesprochen

Die polnische Skandalkünstlerin Dorota Nieznalska hat nach Überzeugung eines Danziger Gerichts mit ihrer umstrittenen Kunstinstallation "Die Passion" keine religiösen Gefühle verletzt. Das Bezirksgericht in Danzig sprach die 37-jährige Bildhauerin vom Vorwurf der Gotteslästerung frei.

Die Medien hätten die Aussage des Kunstwerkes entstellt, hieß es zur Begründung. Die Kläger, die die künstlerische Arbeit nur aus Fernsehberichten kannten, hätten nur ein "selektives" Wissen darüber erworben. Das Urteil ist rechtskräftig.

Kritik an Macho-Kultur
Nieznalska hatte 2001 in einer Danziger Galerie eine Installation gezeigt, die unter anderem aus einem Metallkreuz bestand, an dem ein Foto des männlichen Geschlechtsteils angebracht war. Auch ein Video mit einem jungen Mann beim Muskeltraining gehörte zum Konzept.

Sie wolle damit die Macho-Kultur kritisieren, sagte sie in einem Interview. Einige Abgeordnete der katholisch-nationalistischen Partei Liga Polnischer Familien (LPR) erstatteten Strafanzeige, nachdem sie einen Fernsehbericht über Nieznalskas Ausstellung gesehen hatten.