US-Tankflugzeuggeschäft wird Fall für WTO

Das Aus für den europäischen Rüstungskonzern EADS bei einem milliardenschweren Auftrag über Tankflugzeuge für die USA wird ein politisches Nachspiel haben. Die deutsche Regierung kündigte heute an, den Fall bei der Welthandelsorganisation (WTO) zur Sprache zu bringen.

Aus Frankreich will sich Präsident Nicolas Sarkozy persönlich einschalten. "Wir werden reagieren. (...) Diese Angelegenheit ist in keinster Weise erledigt", sagte Europastaatssekretär Pierre Lellouche nach einem Treffen mit Ministerkollegen und Sarkozy in Paris. Der Präsident werde intervenieren.

Das von deutschen und französischen Anteilseignern dominierte Unternehmen EADS und sein US-Partner Northrop Grumman hatten am späten Montagabend ihren Rückzug aus dem Bieterwettbewerb über 179 Tankflugzeuge im Wert von 35 Milliarden Dollar verkündet. Beide Konzerne begründeten das mit unfairen Wettbewerbsbedingungen und beklagten, dass die Ausschreibung voll auf den Konkurrenten Boeing zugeschrieben worden sei.

Das europäisch-amerikanische Konsortium hatte den Auftrag zunächst eigentlich gewonnen. Boeing hatte dann aber wegen Fehlern beim Vergabeverfahren gerichtlich eine Neuausschreibung erzwungen.