Geldwäscheskandal in Italien: Geständnis von Senator

Nicola di Girolamo, jener Senator aus Ministerpräsident Silvio Berlusconis Regierungspartei, der vergangene Woche unter Mafia-Verdacht festgenommen wurde, hat sich zu ersten Geständnissen entschlossen. Den Ermittlern bestätigte er, dass er mit Hilfe des römischen Unternehmers Gennaro Mokbel ein internationales System aufgebaut habe, mit dem Hunderte Millionen Euro gewaschen wurden.

Vorwurf Steuerhinterzug: Zwei Milliarden Euro
Gegen Di Girolamo, der angeblich vor zwei Jahren mit Hilfe von Wählerstimmen der kalabrischen Mafia, der 'Ndrangheta, zum Senator gewählt wurde, war vor zwei Wochen im Rahmen von Ermittlungen gegen einen internationalen Geldwäschering ein Haftbefehl ausgestellt worden. Dabei ging es um mit Hilfe von Scheinfirmen hinterzogene Steuergelder in Höhe von mehr als zwei Milliarden Euro.

In den Sog der Ermittlungen sind die in Mailand notierte Swisscom-Tochter Fastweb und die Gesellschaft Telecom Italia Sparkle geraten. "Meine Aufgabe war es, Gesellschaften zu gründen und mich um die Beziehungen zu den Banken zu kümmern", wurde Di Girolamo von der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" heute zitiert.

Ein Gericht in Rom wird morgen die Anträge auf Enthaftung von 15 Verdächtigen überprüfen, die im Geldwäscheskandal vor zwei Wochen verhaftet worden waren. Am 17. März wird das Gericht außerdem entscheiden, ob Fastweb-Gründer Silvio Scaglia in Untersuchungshaft bleiben soll.