Mit einem klaren Nein hat ÖVP-Chef Vizekanzler Josef Pröll heute nach dem Ministerrat die Frage beantwortet, ob FPÖ-Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz für ihn persönlich wählbar sei. Eine Wahlempfehlung für Anhänger der ÖVP wollte er dennoch nicht abgeben.
Diese seien mündig genug für eine eigene Entscheidung, so Pröll. Er gehe ohnehin nicht davon aus, dass sich Rosenkranz als Magnet für ÖVP-Sympathisanten erweisen werde.
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Auch Vorarlbergs Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ÖVP) hält Rosenkranz "für keine bürgerliche Alternative". Sie sei zu Recht scharf kritisiert worden.
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Faymann: Für Präsidentenamt disqualifiziert
Ähnlich äußerte sich Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ). "Wer so etwas notwendig hat, hat sich als Kandidatin für das Präsidentenamt disqualifiziert", so der Kanzler zu der Erklärung der Kandidatin. Außerdem: "Ich glaube es erst, wenn die Taten folgen."
Pröll verteidigte trotz der Diskussion über Rosenkranz die Entscheidung seiner Partei, keinen eigenen Kandidaten aufzustellen. Diese sei nicht danach ausgerichtet worden, ob die FPÖ, die Grünen oder sonst wer jemanden ins Rennen schicke.
Auch SPÖ, Grüne und BZÖ sehen keinen Gesinnungswandel
Mit der eidesstattlichen Erklärung zur Distanzierung von der NS-Ideologie gewann Rosenkranz auch bei den anderen Parteien nicht an Glaubwürdigkeit. Die Erklärung ändere nichts, so SPÖ, Grüne und BZÖ. Wahltaktische Äußerungen könnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass Rosenkranz eine Nähe zum NS-Gedankengut habe, so SPÖ-Geschäftsführer Günter Kräuter. Für Grünen-Chefin Eva Glawischnig ist es eine "Nicht-Erklärung". Und für BZÖ-Chef Josef Bucher sitzt der "genetische Code der NS-Verherrlichung" bei Rosenkranz sehr tief.
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