US-Vizepräsident Joseph Biden sieht trotz weltweiter Skepsis gute Chancen für einen Frieden im Nahen Osten. "Ich glaube, wir haben einen Moment der guten Gelegenheit", sagte Biden heute während eines Treffens mit dem israelischen Staatspräsidenten Schimon Peres in Jerusalem. Die Interessen Israels und der Palästinenser lägen bei objektiver Betrachtung näher beieinander als auseinander.
Peres forderte während des Gesprächs mit Biden, den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad international zu isolieren. "Es kann nicht angehen, dass der iranische Präsident, der zur Vernichtung eines Volkes aufruft, als Mitglied der Vereinten Nationen und Held empfangen wird", sagte Peres.
Treffen mit Netanjahu
Nach seinem Gespräch mit Peres traf Biden mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zusammen. Biden sicherte Netanjahu die volle Unterstützung der USA für die Sicherheit Israels zu. Der "Eckpfeiler" der Beziehungen zwischen beiden Ländern sei das "uneingeschränkte, vollständige und unverblümte" Bekenntnis der USA zur Sicherheit Israels, sagte Biden.
Es werde im Nahen Osten nur Fortschritte geben, "wenn jeder weiß, dass es schlicht keine Distanz zwischen den USA und Israel gibt". "Es gibt keine Distanz zwischen den USA und Israel, wenn es um die Sicherheit Israels geht", sagte der Vizepräsident.
Morgen stehen Treffen mit der Palästinenserführung auf seinem Programm.
Mitchell: Indirekte Gespräche akzeptiert
US-Nahost-Vermittler George Mitchell hatte gestern angekündigt, die israelische und die palästinensische Führung hätten indirekte Gespräche akzeptiert.
Der Nahost-Vermittler will daher in der kommenden Woche in die Region zurückkehren. Netanjahu äußerte gestern Abend Zufriedenheit über die neuen Gespräche. Er hoffe zudem auf baldige direkte Verhandlungen mit den Palästinensern, "die den Friedensprozess wirklich voranbringen".