Sarkozy fordert Finanzhilfe für Atomindustrie

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat massive internationale Finanzhilfen für Investitionen in die Atomenergie gefordert. "Die Weltbank und die Entwicklungsbanken müssen sich ernsthaft bei der Finanzierung der zivilen Nuklearenergie engagieren", sagte Sarkozy heute anlässlich einer internationalen Konferenz über den Zugang zu Atomenergie in Paris.

Es sei ein Skandal, dass der Bau von Atomkraftwerken nicht von den internationalen Instituten unterstützt werde. Sarkozy kritisierte außerdem, dass die Einnahmen aus dem Emissionshandel bisher nicht für Investitionen in Atomkraft verwendet werden dürfen. Diese Regel beruhe auf "ideologischen Gründen aus vergangenen Zeiten" und sei nicht mehr zeitgemäß.

Angesichts des weltweit drohenden Mangels an Atomexperten kündigte Sarkozy den Aufbau einer internationalen Hochschule für Atomenergie bei Paris an. "Es gibt ein enormes Problem, es fehlen Ingenieure und Techniker", sagte Sarkozy. Derzeit bilde Frankreich etwa 1.000 Doktoranden und Post-Doktoranden im Nuklearbereich aus, unter ihnen 14 Prozent aus nordafrikanischen Ländern, die zu künftigen Kunden französischer Atomkraftwerke zählen.