Die türkische Regierung ist grundsätzlich bereit, neue indirekte Gespräche zwischen Syrien und Israel zu vermitteln. Das erklärte Außenminister Ahmet Davutoglu nach einer Unterredung mit dem syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in Damaskus.
Dabei ging es nach Angaben der syrischen Nachrichtenagentur SANA um Möglichkeiten, den blockierten Friedensprozess in der Region wieder in Gang zu bringen. Assad habe "das Fehlen eines friedenswilligen israelischen Partners" bedauert und gesagt, dass Syrien "mit einem aufrichtigen türkischen Vermittler für Frieden und Sicherheit in der Region" zusammenarbeite, meldete SANA.
Zuvor hatte Davutoglu bereits in Kairo betont, dass Ankara seine Vermittlertätigkeit wieder aufnehmen würde, "wenn es einen politischen Willen auf beiden Seiten gibt". Die Türkei hatte indirekte Verhandlungen zwischen Israel und Syrien vermittelt, die seit der israelischen Gaza-Offensive Anfang 2009 unterbrochen sind.
Israel ohne Interesse an türkischer Vermittlung
Vertreter der israelischen Regierung hatten seither geäußert, dass man an einer Wiederaufnahme der türkischen Vermittlung nicht interessiert wäre.
Syrien verlangt die bedingungslose Rückgabe der von Israel besetzten Golan-Höhen; der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat erklärt, er sei nicht bereit, das Gebiet aufzugeben. Israels Außenministers Awigdor Lieberman hatte Gespräche mit Syrien praktisch ausgeschlossen, weil die Führung in Damaskus "terroristische Organisationen" unterstütze und bewaffne und dem Iran bei dessen Atomprogramm den Rücken stärke.
Im vergangenen Herbst hatten sich die israelisch-türkischen Beziehungen empfindlich verschlechtert, nachdem das israelische Außenministerium einen als antisemitisch empfundenen türkischen Fernsehfilm zum Anlass für einen diplomatischen Eklat genommen hatte. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte seinerseits den jüdischen Staat als "Gefahr für den Frieden" bezeichnet.