Die Pläne des deutschen Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble (CDU) für einen europäischen Währungsfonds sind nach einem Medienbericht bereits weit gediehen. Laut Informationen aus EU-Kreisen könnten schon in der nächsten Woche erste Vorentscheidungen fallen, berichtete die "Financial Times Deutschland" ("FTD", Montag-Ausgabe) ohne Nennung konkreter Quellen.
Schäuble wolle die Pläne jedoch erst mit der französischen Regierung abstimmen, um sie auf europäischer Ebene leichter durchsetzen zu können. Das Finanzministerium war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Geldspritzen sollen möglich werden
Den Berliner Überlegungen zufolge könnte es künftig bei Schuldenkrisen wie derzeit in Griechenland Geldspritzen für Euro-Mitgliedsstaaten geben, berichtete die "FTD". Die Hilfen wären an strikte Auflagen gekoppelt.
Ob und unter welchen Bedingungen geholfen wird, müsste die Euro-Gruppe einstimmig entscheiden - unter Ausschluss des betroffenen Mitglieds. Euro-Länder würden sich zudem verpflichten, keine Geldhilfen vom Internationalen Währungsfonds (IWF) in Anspruch zu nehmen. Damit solle verhindert werden, dass zum Beispiel die USA oder China Einfluss auf innere Euro-Angelegenheiten nehmen.