China betrachtet sein Verhältnis zu den USA wegen mehrerer Konfliktfelder als gestört. "Dafür ist China nicht verantwortlich", sagte Außenminister Yang Jiechi heute in Peking am Rande des Jahrestreffens des Parlaments. Für Zündstoff sorgen derzeit geplante US-Waffenlieferungen an Taiwan, der Konflikt um Tibet und der Streit über die Zensur im Internet.
Die USA müssten Chinas grundsätzliche Interessen respektieren, forderte Yang. "Ich denke, den USA sind Chinas Kerninteressen und wichtigste Anliegen bekannt." Sein Land habe den Beziehungen zu den USA immer große Bedeutung beigemessen, so der chinesische Außenminister. Konsequentes Vertreten von Grundsätzen habe nichts mit Starrsinn zu tun.
Nicht auf Eskalationskurs
Dessen ungeachtet scheinen beide großen Handelspartner auch mit Blick auf die Atomkonflikte mit dem Iran und Nordkorea um Schadensbegrenzung bemüht. So hatte Ministerpräsident Wen Jiabao vor einer Woche erklärt, er wolle sich in den Handelsdisputen mit den USA um Entspannung bemühen.
Außerdem hat China seine Drohung nicht wahr gemacht, die am Waffengeschäft mit Taiwan beteiligten US-Firmen mit Sanktionen zu belegen. Die Führung in Peking betracht die Insel als abtrünnige Provinz.