Slowenien will sich dem Beitritt Kroatiens zur EU nicht länger in den Weg stellen. Er gehe davon aus, dass alle offenen Fragen zwischen den Nachbarländern vor dem Abschluss der Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union geklärt werden könnten, sagte der slowenische Außenminister Samuel Zbogar gestern am Rande des Treffens der EU-Außenminister im spanischen Cordoba zur Agentur Reuters.
"Aus unserer Sicht gibt es, was die bilateralen Themen angeht, nichts, was den Abschluss der EU-Beitrittsverhandlungen heuer verzögern würde."
Im vergangenen Jahr hatten Unstimmigkeiten zwischen den Nachbarländern die Hoffnungen Kroatiens auf eine EU-Mitgliedschaft 2010 oder 2011 zunichtegemacht. "Es gibt jetzt eine neue Atmosphäre. Beide Ministerpräsidenten sind aufrichtig entschlossen, das voranzubringen", sagte Zbogar.
Zuletzt hatten sich die beiden früheren jugoslawischen Teilrepubliken darauf geeinigt, den seit fast 20 Jahren schwelenden Streit um den Verlauf der gemeinsamen Grenze in der Adria durch ein internationales Schlichtungsverfahren beizulegen. Das EU-Mitglied Slowenien muss über die Vereinbarung noch in einer Volksabstimmung entscheiden.