Island: Schwache Beteiligung an Icesave-Referendum

Der Andrang auf das Icesave-Referendum in Island hat sich bis heute Mittag eher in Grenzen gehalten. In Kopavogur bei Reykjavik waren nach einer Stunde erst 1,6 Prozent der Abstimmungsberechtigten in den Wahllokalen. Bei der Parlamentswahl 2009 hatten zu diesem Zeitpunkt 2,8 Prozent der Wähler im gleichen Wahlkreis ihre Stimme abgegeben.

Bei dem Icesave-Referendum handelt es sich um die erste Volksabstimmung in der Geschichte Islands. Die Abstimmungslokale sind seit 9.00 Uhr Ortszeit (10.00 MEZ) geöffnet. Erste Hochrechnungen sollen unmittelbar nach Schließung der letzten Abstimmungslokale um 23.00 MEZ im Fernsehen veröffentlicht werden.

Umfragen deuten auf klares Nein hin
Umfragen deuteten zuletzt auf eine klare Ablehnung des umstrittenen Gesetzes mit 70 bis 80 Prozent Neinstimmen hin.

Die Regierung sieht das Referendum über das von ihr als schon obsolet betrachtete Gesetz mit den Bedingungen zur Rückzahlung von 3,9 Mrd. Euro an Großbritannien und die Niederlande als überflüssig an. Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir hatte die Bevölkerung dazu aufgerufen, nicht zur Abstimmung zu gehen.

In Reykjavik protestierten rund 2.000 Menschen gegen das Icesave-Gesetz. Eine Protestkundgebung gab es auch vor der isländischen Botschaft in Oslo.