US-Präsident Barack Obama will mit dem Abbau des amerikanischen Atomarsenals Ernst machen. Ziel der gegenwärtigen Überarbeitung der US-Nuklearstrategie sei es, "die Zahl und die Rolle von Atomwaffen zu verringern", sagte Obama gestern (Ortszeit) in Washington.
Das "überkommene Kalter-Krieg-Denken" müsse überwunden werden, so Obama. Zugleich stellte er aber klar, dass die USA an der nuklearen Abschreckung festhalten wollten. Die mit Spannung erwartete Neufassung der US-Nuklearstrategie wird voraussichtlich Ende März präsentiert.
Strategie künftig eher defensiv
Bereits kürzlich hatte die "New York Times" berichtet, dass Obama das US-Atomwaffenarsenal möglicherweise um Tausende Waffen reduzieren wolle. Davon könnten auch in Deutschland stationierte Nuklearwaffen betroffen sein. Die USA verpflichten sich in dem Strategiepapier nach Angaben der Zeitung außerdem, keine neuen Nuklearwaffen zu entwickeln. Zugleich werde jedoch an der Option eines atomaren Erstschlags festhalten.
Das von Obamas Vorgänger George W. Bush gestartete Programm zur Entwicklung von Miniatombomben für den Einsatz gegen Bunker ("Bunker Busters") solle gekippt werden. Stattdessen baue das Pentagon die Verteidigung künftig vermehrt auf Systemen zur Raketenabwehr auf.
Verhandlungen mit Russland
Obama bekräftigte auch sein Interesse, den START-Vertrag zur Reduzierung strategischer Offensivwaffen endlich zum Abschluss zu bringen. Das würde die Nukleararsenale "beträchtlich reduzieren", hieß es in der Erklärung Obamas. Er äußerte sich anlässlich des 40. Jahrestags des Inkrafttretens des Vertrags zur Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen.
Russland und die USA verhandeln seit Monaten über ein Nachfolgedokument für das Anfang Dezember ausgelaufene START-Abkommen. Russland macht die Unterzeichnung seit neuestem vom Verzicht der USA auf ihre Raketenabwehrpläne in Europa abhängig.