In Island ist heute fast eine Viertelmillion Bürger dazu aufgerufen, über ein Gesetz zur Rückzahlung von Auslandschulden der vor eineinhalb Jahren zusammengebrochenen Online-Bank Icesave abzustimmen.
In dem Gesetz sind die Modalitäten zur Rückzahlung von 3,8 Milliarden Euro festgeschrieben, die die Regierungen Großbritanniens und der Niederlande zur Deckung der Verlusten von Kunden der Bank aus diesen Ländern vorstrecken mussten.
Hürde für EU-Beitritt befürchtet
Alle bisherigen Umfragen deuten auf ein klares Nein zu dem Gesetz hin. Die Regierung von Ministerpräsidentin Johanna Sigurdardottir sieht das Gesetz bereits als überholt an, weil London und die Niederlande in den vergangenen Wochen ein leicht verbessertes Angebot zu den von Island zu zahlenden Zinsen gemacht haben.
Die Verhandlungen über eine mögliche neue Vereinbarung gingen jedoch vorerst ergebnislos zu Ende. Island befürchtet, dass London und Den Haag den Beginn der Verhandlungen zum EU-Beitritt Islands und die Auszahlung dringend notwendiger Kredite durch den Internationalen Währungsfonds verzögern könnten.