Janukowitsch will "Wende" im Verhältnis zu Russland

Viktor Janukowitsch will einen Neuanfang mit dem Kreml: Der neue ukrainische Präsident zeigte sich bei seinem Besuch in Moskau heute bereit, über die russische Marine auf der Krim zu verhandeln, wie die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti berichtete.

Russlands Präsident Dimitri Medwedew empfing seinen ukrainischen Amtskollegen heute im Kreml. Janukowitsch sagte, er betrachte eine "Wende" im russisch-ukrainischen Verhältnis als seine Aufgabe.

Spannungen unter Juschtschenko
Dieses Verhältnis dürfe nicht wie unter seinem Vorgänger Viktor Juschtschenko, der sich für einen EU- und NATO-Beitritt starkgemacht hatte, sein, so Janukowitsch. Der Kreml hatte Juschtschenko eine anti-russische Politik vorgeworfen. Janukowitsch sagte, er wolle einige "eingefrorene" Fragen im bilateralen Verhältnis "reanimieren". Das betreffe insbesondere die Gasbranche und die russische Schwarzmeer-Flotte, deren Pachtvertrag vor der ukrainischen Halbinsel Krim 2017 ausläuft.

Laut Medwedew wollen Moskau und Kiew über den Aufenthalt der Schwarzmeer-Flotte in der Ukraine weiter verhandeln. "Konsultationen auf Basis der geltenden Verträge" seien geplant. Die Flotte nutzt den ukrainischen Krim-Hafen Sewastopol als ihre Hauptbasis.

Gegen die Verlängerung des Vertrags hatte sich Janukowitschs Vorgänger Juschtschenko vehement gewehrt. Janukowitsch meinte: "Ich verstehe alle Komplikationen und Probleme, denke aber, dass wir sehr bald eine Antwort finden werden, die sowohl Russland als auch der Ukraine passen wird."