Jerusalem: Polizei stürmt Tempelberg

Israelische Sicherheitskräfte haben heute erneut den Tempelberg in der Altstadt von Jerusalem gestürmt. Laut Polizeiangaben hatten zuvor Palästinenser nach dem traditionellen Freitagsgebet Steine auf jüdische Gläubige an der unterhalb des Plateaus gelegenen Klagemauer geworfen.

Bei den Krawallen wurden nach Angaben von Polizeisprecher Mickey Rosenfeld 15 Beamte verletzt. Fünf von ihnen wurden ins Krankenhaus eingewiesen. Nach palästinensischen Angaben mussten 60 Personen infolge des Einsatzes von Tränengas behandelt werden.

Nach Angaben des Polizeisprechers waren mehrere hundert Araber in die Krawalle verwickelt. Rosenfeld wies Berichte zurück, wonach die Polizei Gummigeschoße eingesetzt und die Al-Aksa-Moschee gestürmt habe. Die Polizei habe sich nach dem Einsatz wieder zurückgezogen.

Unruhen seit zwei Wochen
Die seit etwa zwei Wochen anhaltenden Krawalle in der Altstadt von Jerusalem sowie in Hebron im südlichen Westjordanland begannen, nachdem Israel zwei im Westjordanland gelegene Kulturstätten zum Nationalerbe erklärt hatte.

Für weitere Verärgerung unter den Palästinensern sorgt die Absicht von Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat, 22 Häuser im besetzten arabischen Ostteil der Stadt abreißen und an deren Stelle einen Bibelpark bauen zu wollen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte das Projekt wegen der zu erwartenden Proteste in letzter Minute gestoppt.