Libyen verhängt Wirtschaftsboykott gegen Schweiz

Im Streit mit der Schweiz hat Libyen einen Wirtschaftsboykott gegen die Eidgenossenschaft angekündigt. Gegen die Schweiz werde ein vollständiges Wirtschafts- und Handelsembargo verhängt, sagte Regierungssprecher Mohammed Baaju gestern in Tripolis.

Unter anderem Arzneimittel und medizinische Geräte sollten künftig anderswo beschafft werden. Erst vergangene Woche hatte der libysche Machthaber Muammar el Gaddafi im Zusammenhang mit dem Bauverbot für Minarette in der Schweiz zum Heiligen Krieg gegen das Land aufgerufen.

Die Beziehungen zwischen Libyen und der Schweiz gelten als zerrüttet, seit im Juli 2008 ein Sohn Gaddafis in Genf vorübergehend festgenommen worden war. Tripolis zog seitdem seine Bankguthaben aus der Schweiz ab, verwies Schweizer Unternehmen des Landes und kündigte einen Lieferstopp für Erdöl an.

Zudem wurden in Libyen zwei Schweizer Staatsbürger unter dem Vorwurf des "illegalen Aufenthalts" und "illegaler wirtschaftlicher Aktivitäten" festgenommen. Erst vergangene Woche konnte einer von ihnen das Land verlassen. Der zweite Schweizer wird weiterhin festgehalten und verbüßt eine viermonatige Haftstrafe.