Vergangenes Jahr haben sie lediglich gestreikt. Jetzt klagen zahlreiche Mitarbeiter der Europäischen Zentralbank (EZB) ihren Arbeitgeber. Wie die EZB-Gewerkschaft Ipso heute in Frankfurt mitteilte, haben vergangenen Freitag 170 Beschäftigte der Notenbank Klage beim Europäischen Gerichtshof eingereicht.
Im Kern geht es ihnen um die Folgen einer umstrittenen Pensionsreform, durch die sie nach Angaben der Gewerkschaft zwischen 15 und 18 Prozent ihrer Altersansprüche verlieren.
Der Streit um die Pensionsreform schwelt schon seit einiger Zeit. Vergangenen Sommer hatten mehrere hundert Mitarbeiter der EZB vor der Zentrale der Notenbank in Frankfurt protestiert und beim ersten Warnstreik in der Geschichte der EZB vorübergehend die Arbeit niedergelegt. Die EZB hat gut 1.500 Mitarbeiter, von denen weniger als ein Drittel gewerkschaftlich organisiert sind. Bei der Zentralbank entscheidet der EZB-Rat auf Vorschlag des Direktoriums über Gehälter und Pensionen.