Unruhen in Jerusalem: Festnahmen auf Tempelberg

Nach Krawallen jugendlicher Palästinenser hat die israelische Polizei gestern den Tempelberg in Jerusalems Altstadt gestürmt. Palästinenser hätten mehrmals Gruppen von Touristen mit Steinen und Flaschen beworfen, teilte ein Polizeisprecher weiter mit.

Anschließend hätten sie sich in der Al-Aksa-Moschee verschanzt. Bei weiteren Unruhen im arabischen Ostteil Jerusalems seien sieben Palästinenser festgenommen und zwei Polizisten verletzt worden. Nach palästinensischen Angaben wurden knapp 30 Demonstranten durch Tränengas verletzt.

"Juristische Schritte" geplant
Die Palästinenser befürchteten, rechtsgerichtete Gruppierungen in Israel könnten anlässlich des jüdischen Faschingsfests Purim auf den Tempelberg vordringen und hatten daher ihre Präsenz auf der Anlage verstärkt.

Polizeisprecher Mickey Rosenfeld erklärte jedoch, es gebe keinerlei Pläne israelischer Gruppierungen, den Tempelberg zu besuchen. Polizeichef Dudi Cohen sagte nach den Unruhen: "Wir werden juristische Schritte gegen Aufrührer und Aufhetzer einleiten, die die Grenzen legitimen Protests überschreiten."

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und König Abdullah II. von Jordanien forderten die Weltgemeinschaft zum sofortigen Einschreiten auf. Die muslimischen Heiligtümer in Ostjerusalem seien durch das Vorgehen der israelischen Sicherheitsbehörden gefährdet, hieß es nach einem Treffen in der jordanischen Hauptstadt Amman.