Die internationale Großoffensive in der ehemaligen Taliban-Hochburg Marja ist nach Darstellung eines hochrangigen US-Regierungsvertreters nur das "taktische Vorspiel" für einen größeren Einsatz im südafghanischen Kandahar.
Die Rückeroberung der Stadt Kandahar sei heuer das zentrale Ziel. "Wenn wir den Vormarsch der Taliban stoppen wollen, müssen wir Kandahar dieses Jahr in die Hand bekommen", sagte der US-Regierungsvertreter gestern.
Die zweitgrößte Stadt Afghanistans steht weitgehend unter Kontrolle der radikalislamischen Rebellen und ist "gewissermaßen die Hauptstadt" der Taliban. Marja liegt in der Provinz Helmand, einer Nachbarprovinz von Kandahar.
"Modell für die Zukunft"
Zuvor hatte NATO-Kommandeur Stanley McChrystal gesagt, die Offensive in Marja sei ein "Modell für die Zukunft". Die Offensive "Mushtarak", an der rund 15.000 afghanische und ausländische Soldaten beteiligt sind, läuft seit Mitte Februar und soll die Taliban aus den Opiumanbaugebieten rund um Marja und Nad Ali vertreiben.
Die Operation gilt als erster großer Test für die Erfolgsaussichten der neuen Afghanistan-Strategie von US-Präsident Barack Obama, die die Vertreibung der Taliban mit einem zivilen Aufbau verbinden soll.