Genozid in Ruanda: Sarkozy räumt "schwere Fehler" ein

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat mit Blick auf den Völkermord 1994 in Ruanda schwere Fehler seines Landes eingeräumt.

Auf eine öffentliche Entschuldigung verzichtete er jedoch bei seinem gestrigen Besuch in Ruanda. "Es hat eine Form von Blindheit gegeben, wir haben die Dimension des Völkermords (...) nicht wahrgenommen", sagte Sarkozy nach seinem Treffen mit seinem ruandischen Amtskollegen Paul Kagame. Der französische Militäreinsatz sei zu spät gekommen und zu begrenzt gewesen, sagte Sarkozy. Er besuchte in Kigali etwa 20 Minuten lang eine Gedenkstätte für den Völkermord, bei dem 800.000 Menschen getötet worden waren.

"Starke Partnerschaft" nach heftigem Streit
"Wir wollen keine Geiseln der Vergangenheit bleiben. Es hat Fehler gegeben, und wir haben darüber gesprochen. Aber jetzt ist es wichtig, in die Zukunft zu sehen", sagte Sarkozy. Kagame sprach von einer "starken Partnerschaft" mit Frankreich und zog damit einen Schlussstrich unter die diplomatischen Spannungen der vergangenen vier Jahre. Beide Länder hatten einander Mitverantwortung für den Völkermord vorgeworfen und komplexe juristische Verfahren eingeleitet. Kagame hat sein Land zudem mehr und mehr der englischsprachigen Welt zugewandt.