USA kritisieren "zu geringe Wehretats" der NATO-Partner

Die europäischen NATO-Partner gefährden nach Ansicht der USA mit zu geringen Wehretats die Sicherheitsziele des Bündnisses. US-Verteidigungsminister Robert Gates kritisierte gestern in Washington auf einer NATO-Konferenz, die Alliierten hätten sich nach dem Ende des Kalten Krieges zu sehr demilitarisiert.

Das mache es schwierig, gemeinsam auf Bedrohungen reagieren zu können. So habe der Mangel an Hubschraubern und Transportflugzeugen direkten Einfluss auf den Einsatz in Afghanistan. Das Bündnis brauche zudem mehr Tank- und Aufklärungsflugzeuge.

"Hindernis im 21. Jahrhundert"
"Trotz der Notwendigkeit, für lebenswichtige Ausrüstung in laufenden Einsätzen mehr auszugeben, hat sich das Bündnis unwillig gezeigt, seine Prioritäten und Ressourcen grundlegend zu ändern", sagte Gates.

Nicht nur die Truppen im Einsatz müssten besser ausgerüstet werden. Notwendig seien auch Investitionen etwa in die Raketenabwehr. "Die Demilitarisierung Europas ist von einem Segen im 20. Jahrhundert zu einem Hindernis auf dem Weg zu wirklicher Sicherheit und dauerhaftem Frieden im 21. Jahrhundert geworden", sagte der Minister.

Mehrere hundert Mio. Euro fehlen
Obwohl das neue Jahr erst zwei Monate alt sei, fehlten der NATO jetzt schon mehrere hundert Millionen Euro. Das sei die Folge unterbliebener Investitionen in den vergangenen Jahren, kritisierte Gates.

Nur fünf der 28 NATO-Staaten erfüllten das Ziel, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Verteidigung auszugeben. US-Präsident Barack Obama hat für das im Oktober beginnende Budgetjahr 2011 für die Streitkräfte die Rekordsumme von 708 Milliarden Dollar (521 Mrd. Euro) beantragt.