Island hofft in Schuldenstreit auf Clinton

Island hofft auf Hilfe von US-Außenministerin Hillary Clinton bei der Freigabe dringend benötigter Kredite des Internationalen Währungsfonds (IWF). Wie die Zeitung "Morgunbladid" heute berichtete, hat der isländische Außenminister Össur Skarphedinsson um ein Treffen mit seiner Kollegin in Washington gebeten.

Streit über 3,8 Mrd. Euro
Hintergrund ist der anhaltende Streit über Islands Rückzahlung von 3,8 Mrd. Euro an die Regierungen in Großbritannien und den Niederlanden. Diese würden den IWF zur Einbehaltung schon zugesagter Kredite an Island zwingen, solange es keine Einigung über die Schuldentilgung gibt, hieß es in Reykjavik.

Die Schulden stammen aus dem Zusammenbruch der isländischen Internet-Bank Icesave im Herbst 2008. Danach hatten Großbritannien und die Niederlande Kunden aus den eigenen Ländern zunächst selbst entschädigt. Eine Einigung über die Rückzahlung dieses Geldes aus Island gilt auch als wichtige Voraussetzung für den angestrebten Beginn von Aufnahmeverhandlungen mit der EU.