Die Ernennung eines engen Vertrauten von EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso zum Leiter der EU-Delegation in Washington sorgt für Ärger in Brüssel. Schwedens Außenminister Carl Bildt kritisierte die Ernennung des Portugiesen Joao Vale de Almeida heute in ungewöhnlich scharfer Form.
Bildt sprach in Brüssel von einer "Herabstufung" der EU-Vertretung in den USA, weil Barroso die Regierungen der Mitgliedsstaaten vor der Berufung seines Landsmannes und langjährigen Kabinettschefs nicht konsultiert habe. Diplomaten anderer EU-Staaten bestätigten, die Regierungen seien über die Personalveränderung in Washington erst im Nachhinein informiert worden.
Kommission will Aufregung nicht verstehen
Bildt verwies in einem Brief an Barroso darauf, dass die Mission in Washington nach dem Lissabon-Vertrag keine Vertretung der Kommission mehr sein solle, sondern eine Botschaft der gesamten EU. Eine Sprecherin Barrosos sagte, sie kenne den Brief Bildts nicht und wisse auch nicht von "Unzufriedenheit" mit der Personalentscheidung.
Die vom Ministerrat ernannte EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton, die auch Vizepräsidentin der EU-Kommission ist, hatte selbst Almeida als neuen Missionschef in den USA vorgeschlagen. Ashtons Sprecher Lutz Güllner sagte: "Sie war vollständig eingebunden, trug die Verantwortung, und dann wurde von der Kommission entschieden."