Trotz Kritik aus China hat US-Präsident Barack Obama den Dalai Lama im Weißen Haus empfangen. Allerdings waren bei dem Treffen keine Kameras vorgesehen, auch ein gemeinsamer Auftritt vor der Presse war nicht geplant. Das gilt in Washington als Geste Obamas, um die chinesische Führung nicht noch zusätzlich zu verärgern.
Das Treffen fand nicht im Oval Office statt, wo Staats- und Regierungschefs empfangen werden, sondern im angrenzenden "Kartenzimmer". China hatte bereits im Vorfeld des Besuchs heftig protestiert und mit Sanktionen gegen US-Firmen gedroht. Peking wirft dem Oberhaupt der Tibeter Separatismus vor.
Die Beziehungen zwischen den USA und China sind in jüngster Zeit erheblich abgekühlt. Grund ist unter anderem eine umfangreiche US-Waffenlieferung im Ausmaß von mehr als sechs Milliarden Dollar an Taiwan, die Peking scharf kritisiert. Außerdem werfen die USA China vor, seine Währung künstlich niedrig zu halten, um so seine Exporte immer weiter zu steigern. Für Spannungen sorgt zudem das Thema Internet-Freiheit in China.