Im Atomstreit mit dem Iran hat Russland nach Warnungen vor einem Krieg eine geplante Lieferung moderner Luftabwehrsysteme an die Führung in Teheran vorerst auf Eis gelegt.
Als Grund nannte ein Militärsprecher "technische Probleme" an den Systemen vom Typ S-300, wie die Agentur Interfax heute meldete. Der Chef des russischen Herstellers wies das zurück. Die S-300 würden einwandfrei arbeiten, sagte der Leiter des Rüstungskonzerns Almas-Antej, Wladimir Kasparjanz. "Das ist keine technische, sondern eine politische Frage." Die USA und Israel hatten mehrfach an Moskau appelliert, die S-300 nicht auszuliefern.
Dringliche Warnung aus Moskau
Die Abwehrraketen könnten die iranischen Atomanlagen vor einem möglichen Luftangriff schützen. Russland hatte wiederholt betont, dass eine Lieferung der S-300 an Teheran "im Einklang mit internationalem Recht" stehen würde, da es sich um "reine Defensivwaffen" handle. Allerdings hatte auch Moskau zuletzt den Iran wegen schleppender Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) scharf kritisiert.
Russlands Generalstabschef Nikolai Makarow warnte währenddessen erneut vor den "schrecklichen Folgen" eines Krieges im Iran. Er gehe davon aus, dass sich die USA notfalls an einem bewaffneten Konflikt beteiligen könnten. "Je nachdem, wie sich die Kriege im Irak und in Afghanistan entwickeln, könnten die USA in den Iran vorstoßen", sagte Makarow.