Blatt: Finanzkrise ruft spanischen Geheimdienst auf den Plan

Die jüngsten Turbulenzen auf dem spanischen Finanzmarkt haben laut einem Zeitungsbericht auch den Geheimdienst CNI auf den Plan gerufen. Die Zeitung "El Pais" berichtete gestern, die CNI-Wirtschaftsabteilung gehe der Frage nach, ob die "Angriffe von Investoren und die Aggressivität bestimmter anglo-amerikanischer Medien von Marktkräften und Herausforderungen für die spanische Wirtschaft getrieben sind oder ob mehr dahintersteht".

Beim Geheimdienst war niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Arbeitsminister Jose Blanco hatte vor einigen Tagen erklärt, hinter dem Druck auf den spanischen Finanzmarkt steckten "einige finstere Manöver".

Droht zweites Griechenland?
Das spanische Defizit ist in der seit Jahrzehnten schwersten Wirtschaftskrise auf 11,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) angewachsen. Die Regierung hat zugesagt, die Verschuldung bis 2013 durch Ausgabenkürzungen um 50 Milliarden Euro auf drei Prozent des BIP zu drücken.

Marktteilnehmer zweifeln allerdings daran, dass die Regierung dieses Ziel angesichts einer Arbeitslosenquote von 20 Prozent erreichen kann. Einige Ökonomen gehen davon aus, dass die Finanzkrise den Euro stärker gefährden könnte als die Turbulenzen in Griechenland.