Die USA haben Chinas Forderung nach Absage eines für Donnerstag angekündigten Treffens zwischen Präsident Barack Obama und dem Dalai Lama zurückgewiesen. Obamas Sprecher Robert Gibbs sagte gestern, das Treffen werde wie geplant im Weißen Haus stattfinden. Peking hatte die US-Regierung zuvor zu einer Rücknahme der Entscheidung gedrängt.
China wirft dem im indischen Exil lebenden geistlichen Oberhaupt der Tibeter vor, die Abspaltung Tibets von China zu betreiben. Obama hatte im vergangenen Oktober auf ein Treffen mit dem Dalai Lama verzichtet, als dieser sich in Washington aufhielt. Damit wollte die neue US-Regierung einen guten Start der Beziehungen zu China ermöglichen.
Immer mehr neue bilaterale Konflikte
Bei seinem Peking-Besuch im November hatte der US-Präsident der chinesischen Führung allerdings zu verstehen gegeben, dass er den Dalai Lama empfangen werde. Obama ist derzeit im Streit über die Verschärfung der gegen den Iran verhängten Sanktionen auf die Unterstützung Chinas im UNO-Sicherheitsrat angewiesen.
Die Beziehungen zwischen den USA und China sind gespannt. Gründe sind unter anderem mutmaßlich aus China stammende Hackerangriffe auf den US-Internet-Konzern Google und ein milliardenschweres Rüstungsgeschäft zwischen den USA und Taiwan. China betrachtet die dem Festland vorgelagerte Insel als abtrünnige Provinz und strebt eine Wiedervereinigung zu seinen Bedingungen an.