Polen und Weißrussland ermöglichen "kleinen Grenzverkehr"

Polen und Weißrussland haben heute einen Vertrag über den "kleinen Grenzverkehr" unterschrieben. Demnach sollen Bewohner der Grenzregionen künftig ohne Visum die Grenze überqueren und sich in der Grenzregion des Nachbarlands bewegen können.

Das Treffen des polnische Außenministers Radoslaw Sikorski mit seinem weißrussischen Amtskollegen Sergej Martynow stand allerdings im Schatten eines Streits über die polnische Minderheit in Weißrussland.

Als Grenzregion gilt nach EU-Richtlinien ein Streifen von 30 Kilometern. Demnach betrifft das unterzeichnete Abkommen auf polnischer Seite 590.000 und auf weißrussischer Seite 1,1 Mio. Menschen. Es hilft unter anderem Familien, die Angehörige auf beiden Seiten der Grenze haben.

Die Bewohner der Grenzregionen benötigen zum Überqueren der Grenze nur noch eine Erlaubnis, die zunächst zwei Jahre gültig ist und dann für fünf Jahre verlängert werden kann. Das Abkommen tritt erst nach der Ratifizierung auf beiden Seiten in Kraft. Experten rechnen damit, dass das bis zum Sommer dauern wird.