Der französische Vorzeigeintellektuelle Bernard-Henri Levy ist so gründlich auf einen erfundenen Philosophen hereingefallen, dass er den vermeintlichen Denker sogar in seinem jüngsten Buch zitiert.
Tatsächlich habe er das Werk eines gewissen Jean-Baptiste Botul "oft" erwähnt, auch vor Studenten der Pariser Eliteschmiede ENS, gab Levy Montagabend in seiner Zeitschrift "La Regle du Jeu" (Online-Ausgabe) zu. Nun stelle sich heraus, dass das Ganze "eine Ente" gewesen sei.
"Ohne Groll: Hut ab vor dem Künstler"
"Eine ganz glänzende und sehr glaubhafte Ente" sei das allerdings, die dem Gehirn eines schelmischen Journalisten entsprungen sei, schrieb "BHL", wie die Franzosen ihn nennen. "Bleibt nur eines zu sagen, und ohne Groll: Hut ab vor dem Künstler!"
Levy schrieb, er sei dem Journalisten der Satirezeitung "Le Canard enchaine" aufgesessen wie mehrere Literaturkritiker auch, die das Buch des erfundenen Philosophen Botol besprochen hatten. "Das sexuelle Leben des Immanuel Kant" wird auch im jüngsten Buch des echten Philosophen Levy erwähnt, "De la Guerre en Philosophie".