Russland hat bis Mitte der 90er Jahre heimlich radioaktive und chemische Altwaffen in den internationalen Gewässern der Ostsee "entsorgt". Laut einem Bericht des schwedischen Senders SVT erfuhren sowohl der schwedische Militärgeheimdienst MUST als auch die Regierung bereits vor Jahren davon.
Dennoch sei die Angelegenheit - offenbar unter anderem aus Kostengründen - unter den Tisch gekehrt worden. Die russische Botschaft in Stockholm lehnte zu dem Bericht vorerst jeden Kommentar ab.
Laut Recherchen von Reportern der SVT-Sendung "Uppdrag Granskning" kippte die russische Marine nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zwischen 1991 und 1994 jeweils nächtens mehrere Ladungen ausgemusterte chemische und nukleare Kampfmittel von der stillgelegten Flottenbasis Karosta bei Lettland ins Meer.
Die illegale Entsorgung der Altwaffen geschah laut dem Bericht, der sich auf Geheimdienstinformationen beruft, innerhalb der schwedischen Wirtschaftszone östlich der Insel Gotland.