Nahost: Barak und Fajad wollen Zweistaatenlösung

Der palästinensische Ministerpräsident Salam Fajad und Israels Verteidigungsminister Ehud Barak haben den Willen zu einer Zweistaatenlösung in Nahost bekräftigt. Während einer Strategiekonferenz in Herslija bei Tel Aviv sprachen sich beide Repräsentanten gestern für eine Fortsetzung des Friedensprozesses aus.

"Diese Region hat schon viel zu lange gelitten", sagte Fajad. Die Palästinenser bräuchten dringend einen "politischen Horizont". "Es wird aber keinen Frieden geben, wenn das Streben der Palästinenser nach einem eigenen Staat nicht voll akzeptiert wird", betonte er.

Warnung vor "Apartheid-Staat"
Der israelische Verteidigungsminister Barak warnte in seiner Ansprache vor einem "Apartheid-Staat", sollte es in Nahost zu keiner Friedensregelung kommen. Barak (Arbeiterpartei) sagte, Israel könne auf Dauer nur als demokratischer Staat funktionieren, falls es mit seinen Nachbarn Frieden schließe.

Zwischen dem Jordanfluss und dem Mittelmeer lebten zwölf Millionen Menschen, davon etwa 4,5 Millionen Araber, erklärte er. Sollten diese in Zukunft nicht an Wahlen teilnehmen können, wäre dies ein "Apartheid-Staat" - "und das ist nicht der zionistische Traum", so Barak. Eine Alternative wäre ein großer Staat für beide Völker mit Wahlrecht für alle, das bedeutete jedoch das Ende Israels als jüdischer Staat.

Trotzdem Skepsis
Fajad sprach sich für eine Fortsetzung des Friedensprozesses mit Israel aus, äußerte sich aber angesichts bisheriger Erfahrungen skeptisch und forderte klare Fortschritte.

Barak betonte, eine Friedenslösung in Nahost und eine Zweistaatenlösung seien dringend notwendig, "nicht als Gnade für die Palästinenser, sondern um unsere eigene Zukunft zu sichern". Israel müsse seine dauerhaften Grenzen festlegen. "Gute Trennzäune machen gute Nachbarn", sagte Barak. Israel und die Palästinenser müssten so rasch wie möglich direkte Verhandlungen aufnehmen, forderte der Verteidigungsminister.