UNO kritisiert Klimaziele der Industriestaaten

Die von den größten Schadstoffverursachern der Welt bisher genannten Ziele zur Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen reichen im Kampf gegen den Klimawandel wohl nicht aus.

Der Berater von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon in Klimafragen, Janos Pasztor, sagte gestern, mit den bisher gemachten Zusagen dürfte es "ziemlich schwierig" werden, einen Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur um mehr als zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu verhindern.

Die von den Staaten eingereichten Reduzierungsziele könne man positiv und negativ sehen, sagte Pasztor der Nachrichtenagentur AP. Negativ sei, dass die genannten Ziele vermutlich nicht ausreichten. Positiv sei, dass es zum ersten Mal überhaupt ein Ziel gebe, "ein klares Ziel, für das wir alle arbeiten. Vorher wurde nur geredet."

55 Länder Klimaziele mitgeteilt
Wie in Kopenhagen verabredet, teilten 55 Länder den Vereinten Nationen fristgerecht verpflichtende nationale Klimaziele mit. Die Staaten seien für 78 Prozent des weltweiten Ausstoßes an Treibhausgasen verantwortlich, sagte UNO-Klimachef Yvo de Boer heute in Oslo.

China sagte keine absoluten Kürzungen beim Schadstoffausstoß zu, will aber das Wachstum seiner CO2-Emissionen bis 2020 um bis zu 45 Prozent im Verhältnis zu 2005 eindämmen. Auch Indien will das Wachstum des Schadstoffausstoßes einschränken.

Für die USA hat Präsident Barack Obama versprochen, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 17 Prozent unter das Niveau von 2005 zu senken. Er war damit auch das Vorbild für China und Indien, die danach ebenfalls auf das in früheren Klimaverhandlungen benutzte Basisniveau von 1990 verzichteten. Die EU sagte hingegen zu, ihren Ausstoß bis 2020 um 20 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken.