Abbas sieht Nahost-Friedensprozess an totem Punkt

Im Ringen um eine Lösung des Nahost-Konflikts sieht der palästinensische Präsident Mahmud Abbas den Friedensprozess an einem toten Punkt angelangt. "Es fehlt ein Entwurf, der die politischen Abläufe voranbringen könnte", klagte Abbas heute bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Dimitri Medwedew im russischen Schwarzmeer-Kurort Sotschi.

Medwedew sagte, Moskau unterstütze weiter eine Zweistaatenlösung zwischen Israelis und Palästinensern. Russland fordere einen neuen Anlauf im Friedensprozess und wolle dazu seinen Beitrag leisten. Denkbar sei etwa im Februar eine Sitzung des Nahost-Quartetts aus Russland, den USA, der EU und den Vereinten Nationen in Moskau.

Moskau verteidigt Kontakte zu Hamas
Russlands Außenminister Sergej Lawrow bekräftigte in Sotschi die Pläne Moskaus für eine große internationale Nahost-Konferenz. Zuvor müssten jedoch Israel und die Palästinenser wesentliche Fortschritte in ihren Gesprächen erzielen.

Lawrow verteidigte erneut die Kontakte Russlands zur radikalen palästinensischen Hamas. "Um den Dialog fortzusetzen, sollte niemand isoliert werden", betonte der Außenminister. Israel hatte mehrfach mit einem Boykott der von Moskau angestrebten Friedenskonferenz gedroht, sollte die Hamas oder die Hisbollah daran teilnehmen.