Ölstreit: Weißrussland und Russland weiter uneinig

Im Ölstreit zwischen Russland und Weißrussland ist eine für gestern erhoffte Einigung nicht zustande gekommen. Nach Angaben der Regierung in Minsk reiste eine hochkarätig besetzte weißrussische Delegation ohne einen neuen Vertrag aus Moskau ab.

Das Land warf Russland vor, die Argumente und Berechnungen der Delegation faktisch ignoriert zu haben. Beide Seiten seien jedoch bereit, die Gespräche fortzusetzen. Von russischer Seite war zunächst keine Stellungnahme zum Stand der Verhandlungen zu erhalten.

Russischer Vizepräsident lud zu Treffen
Die Regierung in Minsk hatte Hoffnungen auf eine Einigung geschürt, als sie ankündigte, eine Delegation unter der Leitung von Vize-Ministerpräsident Wladimir Semaschko reise nach Moskau. Der für Energiefragen zuständige russische Vize-Ministerpräsident Igor Setschin habe zu dem Treffen eingeladen.

Russland hatte wegen des Streits die Öllieferungen an weißrussische Raffinerien Anfang der Woche kurzzeitig eingestellt und damit Ängste vor einem Versorgungsengpass bei Kunden in der Europäischen Union ausgelöst.

Großteil für Europa bestimmt
Das russische Öl wird via Weißrussland über die Pipeline "Druschba" an die Kunden in der EU gepumpt. Vor drei Jahren hatte ein ähnlicher Konflikt zu Unterbrechungen der Lieferungen geführt. Die Regierung in Minsk beharrt darauf, dass Russland der ehemaligen Sowjetrepublik mehr zollfreies Öl zur Verfügung stellt und die Zuschläge nicht nur für Bestände erlässt, die in Weißrussland verbraucht werden.

Der Großteil des russischen Öls wird in den weißrussischen Raffinerien Naftan und Mozyr für den Weitertransport nach Europa verarbeitet. Lediglich ein kleiner Teil dient dem eigenen Verbrauch.